Religion. Oder doch nicht?

Warum der Islam nicht nur eine Religion ist.

Vorab: Was immer man unter “Islam” versteht – es ist kein klar definierter Begriff. Hier wird unter Islam das verstanden und behandelt, was über das rein religiöse Moment hinausgeht.

Alle drei großen monotheistischen, abrahamitischen Religionen betätigen sich in zweierlei Wirkungskreisen: im rein religiösen, in dem sie das Verhältnis zwischen Gott und dem je einzelnen Menschen beschreiben und auf die ihrer jeweiligen Auffassung nach Besserung des Menschen hinzuwirken bestrebt sind, und im weltlichen, in dem sie den Menschen Gebote, Verbote und Regeln aller Art auferlegen, also einen Anspruch an sie richten, dem der Mensch entsprechen möge. Hier sind alle drei großen Weltreligionen, das Judentum, das Christentum und der Islam letztlich ebenbürtig. Damit ist nicht gesagt, daß sie gleich wären, denn sie unterscheiden sich durchaus voneinander. Damit aber sei gesagt, daß sie alle von hohem kulturellen Wert sind, daß sie alle ihre Verdienste um die Menschheit an sich haben, und daß sie, von einem neutralen Standpunkt aus gesehen, allesamt zurecht den Status der Religion haben, also vom Staat zu schützen sind. Die Geistlichen dieser Religionen sind mit den Privilegien zu versehen, die Staaten Geistlichen zuerkennen, ob es nun ein Rabbi, ein Pfarrer oder ein Imam ist. Soweit es die Religion betrifft.

Judentum und Christentum haben, teilweise durch schmerzhafte Prozesse und teilweise vor noch gar nicht so vielen Jahrhunderten jeweils für sich anerkannt, daß sie nur noch das religiöse, also das geistige oder geistliche Leben ihrer Gläubigen zu regeln und zu beeinflussen haben. Lassen wir einmal ein paar Extremisten beiseite, die es überall gibt, die aber keinen wesentlichen Einfluß auf die jeweilige Gesamtheit haben, so ist es eines Juden alleinige und private Angelegenheit, ob er am Sabbath Arbeit verrichtet oder nicht – das muß er mit seinem Gott ausmachen. Es ist die private Angelegenheit eines Katholiken, ob er an Jesu Geburt durch die Jungfrau Maria glaubt oder nicht. Natürlich geht es auch niemanden etwas an, ob der Jude seinen Austritt erklärt, der Katholik oder der Protestant – das muß ein jeder mit sich selbst ausmachen, und er ist keinem Menschen dafür Rechenschaft schuldig. Nur vor dem Gott, von dem er sich abwendet, wird er sich dereinst zu verantworten haben, wenn es diesen Gott denn gibt. Nun fehlt in dieser Aufzählung der Islam. Warum ist das so?

In den moslemischen Ländern, in denen der Islam de facto oder de iure Staatsreligion ist, und in denen die Scharia gilt, ist der “Abfall” vom Islam mit einer Strafe belegt. Soweit hier bekannt, ist dies in der Regel – wenn nicht sogar immer – die Todesstrafe. Wer Gott lästert – solange dieser Gott Allah genannt wird –, ist ebenfalls des Todes (das Lästern anderer Götter ist natürlich kein Problem und auch kein Delikt) – was übrigens nicht nur Moslems droht, sondern jedermann. Und hier, an dieser Stelle, kommen wir einem der entscheidenden Unterschiede zwischen einer Religion wie wir sie kennen und dem Islam auf die Spur. Judentum und Christentum bescheiden sich darin, daß sie sich lediglich um das geistige oder geistliche Wohl der Menschen bekümmern. Wenn Gläubige gegen die Gebote fehlen, dann kommen natürlich die entsprechenden kirchlichen Strafen zum Tragen. Bei katholischen Christen kann dies der Ausschluß vom Abendmahl sein, der Entzug von Privilegien wie beispielsweise dem Lehrstuhl bei unbotmäßigen Priestern, der ankündigten Verweigerung der Aufnahme ins Paradies. Gut und schön, das steht einer jeden Religion zu: den Abtrünnigen aus der Gemeinde auszuschließen, ihm religiöse Handlungen zu verweigern, ihn – sofern er in Lohn und Brot der Kirche steht – zu entlassen, wenn er der Kirche nicht gehorcht, und ihm für das Leben danach den mehr oder minder berechtigten Ärger seines Gottes zu verheißen, Fegefeuer oder Hölle inklusive.

Auch hat insbesondere die katholische Kirche, als sie über die erforderliche weltliche Macht noch verfügte, sich nicht gerade durch besonders aus dem Aspekt der Nächstenliebe genährte Handlungsweisen ihren Abtrünnigen gegenüber hervorgetan; dafür gab es zu viele Scheiterhaufen (auch wenn es lange nicht so viele waren, wie gerne um des Schauerns willen insinuiert wird). Jedoch hat sie im Laufe der Jahrhunderte ihr diesbezügliches Reaktionsportfolio reduziert, enthält sich seit einigen Jahrhunderten jeder weltlichen Strafe – erlegt also den Sündern keine Geldstrafe auf, sperrt sie nicht ins Gefängnis, hackt ihnen keine Gliedmaßen ab und henkt sie nicht. Hier soll nun nicht in überfeinerter Weise auf die verschiedenen Spielarten des Juden- und Christentums eingegangen werden; es genügt für dieses Thema völlig, wenn man weiß und zur Kenntnis nimmt, daß Judentum und Christentum denjenigen, die sich an ihren Religionen versündigen, nur und ausschließlich innerkirchliche und abstrakte Strafen aussprechen.

Ganz anders der Islam in jenen Ländern, in denen er Staatsreligion ist und die Scharia das sogenannte Recht darstellt. Der Islam nimmt sich das Recht heraus, den Menschen – nicht nur den Gläubigen, sondern allen Menschen seines Einflußbereichs – weltliche Strafen bis hin zu Freiheits-, Körper- und Todesstrafen aufzuerlegen, wenn diese nur etwas gegen Allah haben (etwa weil er ihnen frauenfeindlich vorkommt), oder gegen Mohammed, den brandschatzenden Mordbuben, der als der Stifter dieser Religion gilt.

Das geht nicht an. Es ist pervers, wenn Hunderte von Millionen von Menschen unter derlei “Recht” zu leben haben. Aber zunächst hat uns nur zu betreffen, was bei uns – in der Europäischen Union, in der Bundesrepublik Deutschland – gilt. Hier ist zu beobachten, daß die Scharia an Einfluß gewinnt – in Großbritannien gibt es bereits Dutzende von Scharia-Gerichten, die mit dem Segen des britischen Parlaments “Recht” sprechen. Hier ist zu beobachten, daß der islamistische Pöbel weltweit ausrastet, wenn hierzulande von der Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht wird, wie man an den Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllandsposten erkennen konnte.

Der Islam in Europa muß akzeptieren – tatsächlich anerkennen und nicht ständig zu unterlaufen suchen –, daß er eine Religion ist. Nicht mehr, nicht weniger als das. Aus den weltlichen Dingen hat er sich insoweit herauszuhalten, als er sie natürlich kommentieren, aber nicht bestimmen darf. Und: ihm steht keine weltliche Oberhoheit über den Menschen zu. Keiner, der eine religiöse, also theologische Befugnis hat, hat irgendeinem Menschen eine weltliche Strafe aufzuerlegen.

Wer das nicht begreifen kann oder will, ist kindisch oder böse. Jedenfalls ist er in seine Grenzen zu weisen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: