Nassauer des Monats

Den schönen Titel “Nassauer des Monats” erhält ein Nürnberger Kunde der Deutschen Bahn. Da kauft er sich ein BayernTicket. Das ist ein besonders günstiges Ticket, mit dem man für 20 € durch ganz Bayern fahren kann – und zwar zu fünft! Macht also 4 € pro (Papp-) Nase. Benutzen darf man allerdings – herrje! wie gemein! – nur Züge der DB Regio Bayern. (Das BayernTicket gilt nur in der 2. Klasse. Das sollte man hinzufügen, falls irgendjemand meint, er könne für 4 € in der ersten Klasse im ICE fahren…)

Nun will er für seinen erheblichen Umsatz auch die Bonuspunkte der Bahn haben – so etwas ähnliches wie Meilen bei Fluggesellschaften. Und was sagt ihm die böse Bahn? Daß es das nicht gibt. So, wie es keine Meilen bei Extrem-Sonderangeboten beim Fliegen gibt, gibt es bei der Bahn für jemanden, der ein stark subventioniertes Ticket auf, auch keine Belohnung. Wozu auch? Danke sagen dafür, daß einer sich subventionieren läßt? Unser Nassauer des Monats findet das unfair (klar – sonst wäre er ja auch nicht Nassauer zu nennen) und schreibt der bösen Bahn eine eMail. Nun sitzt bei der Bahn jemand am PC, der ihm – leider – die unzutreffende Antwort gab, daß ihm die Punkte zustünden. Der Irrtum stellte sich schnell heraus, aber nun wirft die Abendzeitung Nürnberg der Bahn “Fehlanzeige” bei der “Kulanz” vor. Daran erkennt man: Sachverhalt nicht verstanden. Dann wirft die Abendzeitung der Bahn auch noch vor, daß unserer Pappnase eine “Entschädigung für den Organisationsaufwand” verwehrt wird. Böse, böse Bahn, du! Welchen Organisationsaufwand Pappnase ersetzt haben will, ist unklar. Er hat eine eMail geschrieben – nachdem er schon am Schalter korrekt erfuhr, daß es für dieses Angebot keine Punkte gibt. Was darf’s denn dafür als Entschädigung sein? Eine Jahreskarte erster Klasse? Ein Besuch vom Bahn-Chef Grube mit Kniefall?

Ich sehe ihn richtig vor mir, wie er sich aufplustert in seiner Wichtigkeit, wie er schnaubt vor Wut über den Moloch Bahn, wie er in seiner Stammkneipe auch noch nach dem sechsten Bier den bösen Sachverhalt herunterbetet, wie er durch die AZ-“Berichterstattung” mit einem Gefühl enormer Bedeutung durch die Stadt zieht und einem jeden von seinem Kampf gegen die Schlechtigkeit der Welt erzählt.

Und das alles, weil er für 4 € durch ganz Bayern fahren darf und dafür nicht noch einen Bonus bekommt.

Wahrlich, das ist der Nassauer im September 2010!

http://www.abendzeitung.de/nuernberg/lokales/213387

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