Lektüre


In jüdischen Familien wäre der Satz „Lesen schadet den Augen“ nicht zu hören, sagte Götz Aly gestern auf einer sehr gut besuchten Veranstaltung in Nürnberg. Lesen wir es cum grano salis, dann stimmt es womöglich. Aly war ganz ordentlich – und ein besserer Redner, auch: Plauderer, als erwartet. Heute aber, beinahe hätten wir es gar nicht mitbekommen, war ein anderer in Nürnberg: Clemens Heni. Ein mir auch in seiner wissenschaftlichen Herangehensweise sympathischer, weil zwar meinungsstark, aber redlich argumentierender, ganz offenkundig profunder Kenner der Materie Antisemitismus und Antisemitismusforschung. Bücher dieser beiden Genannten waren bzw. sind aktuell in Arbeit. Außerdem habe ich, ganz ungewöhnlich, derzeit drei Prosa-Werke gelesen oder bin dabei. Einmal der Eco – großartig, wenn Eco einem armen, nicht-italienischen Leser den Zugang auch nicht gerade erleichtert. Einmal ein Buch aus meinen Kindertagen, eines der ersten eigenen Bücher: Emil und die Detektive. Schön, daß die Aufmachung beinahe noch die gleiche ist wie in den 1970ern. Fleißg war Markus Roth bei seinem sehr detaillierten, zumindest mir viele Mechanismen nationalsozialistischer Herrschaft en detail aufzeigenden Buch „Herrenmenschen – Die deutschen Kreishauptleute im besetzten Polen“. So fügt sich die aktuelle Lektüre zu einem recht bunten Strauß. Der aufmerksame Leser hat vielleicht bemerkt, daß drei Prosa-Werke angekündigt, aber nur zwei benamt wurden. Ja, das ist zwar richtig – aber man muß ja nicht alles öffentlich machen.

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2 Responses to Lektüre

  1. AMC says:

    Kann ich meinen Augen noch trauen? Als ich das letzte Mal hier herein schaute, war da noch das Buch von Götz Aly „Warum die Deutschen …..?“ Wo ist es geblieben? Oder fand es keine Gnade mehr?

    • freudgermany says:

      Im Text ist der Aly ja noch erwähnt. Aber die Beobachtung ist richtig: mir wurde etwas über Aly mitgeteilt (und belegt), was mich meine Haltung diesem Herrn gegenüber gründlich und grundsätzlich überprüfen läßt. Demnächst und hier mehr dazu.

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