Götz Aly: Auch nur ein kleiner, mieser Israel-Hasser? Ja.

Wenn Du geschwiegen hättest, Götz Aly, wärest Du ein Philosoph geblieben. Aber Du hast nicht geschwiegen, Du hast Dich verplappert, Du hast Dich verraten.

Götz Aly ist ein anti-israelischer Propagandist. Wer von solchem Haß auf Israel getrieben ist, der hat jeden Anspruch, in der öffentlichen Diskussion als seriös zur Kenntnis genommen zu werden, verwirkt.

Wie komme ich zu dieser Aussage? Zunächst: nicht ich komme dazu, ich wurde auf sie gestoßen, und zwar von Clemens Heni. Wie kommt er zu dieser Aussage? Das läßt sich gut belegen. Am 31.05.2010 stoppte die israelische Marine einige alte Boote und Schiffe, die viel abgelaufene Nahrung und zahlreiche Islamisten, Antizionisten und Antisemiten an Bord hatten (darunter natürlich auch den antisemitischen Pöbel der Linkspartei à la Annette Groth, Inge Höger und Norman Paech, allerdings nach Geschlechtern getrennt, wie die Islamisten es gerne sehen). Die Schiffe sollten, wie man sich erinnern wird, trotz einer rechtmäßigen Blockade des Seegebiets vor Gaza eben dorthin fahren. Bei diesem Einsatz wurden die enternden israelischen Soldaten mit Äxten, Beilen, Messern angegriffen; als sie – mit Schußwaffen – zurückschlugen, gab es schließlich neun tote „Aktivisten“ und sieben verletzte israelische Soldaten.

Das war eine unerfreuliche Affäre; wer würde das bestreiten? Natürlich war Israel berechtigt, die unkontrollierte Warenlieferung nach Gaza zu unterbinden, denn von dort wird Terror nach Israel ausgeübt. Aber wenn auf der einen Seite neun Tote, auf der anderen sieben Verletzte bleiben, dann darf man fragen, ob bei diesem Einsatz unnötige, nicht erforderliche Brutalität im Einsatz war. Wohl gemerkt: man darf das fragen. Das bedeutet nicht, daß man es a priori weiß. Aber einer, der sofort alles wußte, war Götz Aly. Bereits am 01.06.2010, also nicht einmal einen Tag, sondern nur wenige Stunden nach dem Vorfall, erschien in der Berliner Zeitung online ein längerer Text von Aly. In diesem schreibt Götz Aly:

„Seit Tagen tuckerte der Hilfskonvoi für Gaza mit sechs uralten Schiffen durchs Mittelmeer. Die Initiatoren wollten Israel herausfordern, aber gewiss mit friedlichen Mitteln. Das Massaker, das himmelhoch überlegene israelische Elitesoldaten gestern an wehrlosen Zivilisten angerichtet haben, ist ein feiges Verbrechen, das kein Recht, kein Kriegsvölkerrecht deckt. Bei aller Liebe zu Israel und seinen Bürgern halte ich die Formel „Unverhältnismäßigkeit der Mittel“ für deutlich zu schwach.“ (Link: siehe unten)

Es geht hier nicht um Alys Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Ich wiederhole, daß man hier Fragen stellen kann und daß man mit der Antwort der Israelis nicht zufrieden sein muß. Das aber ist nicht das, was Aly hier tut. Aly hetzt.

Es fängt damit an, daß er den (islamistischen, mit der Hamas vernetzten und beim Auslaufen in Istanbul per Sprechchören zum Mord an allen Juden (!) auffordernden) „Aktivisten“ lauter Attribute beigesellt, die diese harmlos, friedlich und freundlich erscheinen lassen sollen: Es sei ein Hilfskonvoi, er tuckert. Keine Rede davon, daß Gaza nicht deswegen abgeriegelt ist, um Hilfe zum Überleben zu blockieren, sondern um Terroranschläge gegen Israel zu erschweren. Das verniedlichende Tuckern läßt einen natürlich eher an „Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer“ denken als an die Fünfte Kolonne der Mordbrenner von der Hamas. Zwar, gesteht Aly zu, wolle man Israel „herausfordern“, jedoch, soviel weiß er, „gewiß mit friedlichen Mitteln“. Ach ja, Götz? Woher weißt Du? Und mit welchem Recht brechen „Initiatoren“, wie Du wieder ein freundlich klingendes Wort wählst, eine völkerrechtlich völlig legitime Maßnahme gegen eine terroristische Struktur wie den Gaza-Streifen? Mit derlei Fragen hältst Du Dich nicht auf, Häuptling Schnelle Zunge, und schon rattert es weiter, das Dich peinlich entlarvende Maschinengewehr Deiner Obsessionen: Ein „Massaker“ hätten „himmelhoch überlegene israelische Elitesoldaten“ an „wehrlosen Zivilisten“ angerichtet. Die Wortwahl, Götz, entlarvt Dich! Es war kein „Massaker“. Auf diesem blöden Schiff waren knapp 600 Menschen (einschließlich der deutschen Antisemiten). Wenn die sich mit Waffen gegen die Enterung wehren und es neun Tote gibt, dann ist das schlimm – aber kein Massaker. Das nämlich ist die Hinrichtung von Menschen, die sich bereits ergeben haben. Will Aly insinuieren, die Israelis hätten die, die sich gegen das Aufhalten der Schiffe wehrten, erst nach deren Festnahme getötet? Offensichtlich will er das. Was meint er mit den „wehrlosen Zivilisten“? Sind es nicht immer und ausschließlich „Zivilisten“, die Terror gegen Israel ausüben? Natürlich sind es immer „Zivilisten“, und Aly weiß das. Ein palästinensischer Attentäter steigt ja nicht mit einer Hamas-Uniform bekleidet in einen Bus in Tel-Aviv, um ihn mitsamt der Menschen darin zu sprengen. Deswegen gibt es auch gar keine Hamas-Uniform. Es gibt auch keine IRA-Uniform, keine der RAF oder der Wehrsportgruppe Hoffmann. Aly verfremdet Worte, lädt sie mit subtilen Botschaften auf, und verwendet sie so auf miese, propagandistische Art und Weise.

Natürlich: das darf einer tun. Propaganda zu treiben, ist meist nicht strafbar. Wir sind derlei ja auch gewöhnt. Zum Beispiel dann, wenn uns irgendein Schmock erzählen will, daß Ahmadinedschad noch nie Israels Vernichtung gefordert habe – das sei ein Übersetzungsfehler. Oder wenn Sabine Ich finde den Aiman ja so toll Schiffer mal wieder im iranischen Staatssender verkündet, daß die Scharia doch an sich knorke sei. Aber das sind dann eben Schmoks, das sind Nudniks, das sind irgendwelche Pappnasen, das sind Zeitgenossen, von denen jeder weiß, was sie sind – und jeder weiß: die treiben eben Propaganda. Das sind mal Antisemiten, mal Antizionisten, mal Antiisraelis (und meistens alles auf einmal). Aber wenn da ein Götz Aly daherkommt, ein doch im Ganzen anerkannten Historiker und Publizist, der im öffentlichen Diskurs wahrgenommen wird, der bei S. Fischer verlegt wird und nicht etwa bei Druffel – ja, da wird man doch fragen dürfen, fragen müssen: Was ist da los, Götz? Was ritt Dich?

Jedoch: die Antwort brauche ich nicht mehr. Man mag mir vorwerfen, ich sollte doch warten, vielleicht hat Aly auf diese Vorwürfe eine Antwort, die ihnen zumindest die Spitze nähmen. Aber nein, ich brauche nicht mehr zu warten mit dem Urteil – aus einem einfachen Grund. Götz Aly schrieb diesen propagandistischen Schund, der mit seiner Arbeit als Historiker so unvereinbar ist wie ein Einführungstext zu den „Protokollen der Weisen von Zion“, nicht einmal 24 Stunden nach den Ereignissen, die er da bewertet. Die Agenturmeldungen gingen noch viele Stunden recht durcheinander – kein Problem für Aly, der kann schon mal richten. Noch wußte niemand, ob die „Aktivisten“ die israelischen Soldaten angriffen (ja, taten sie, und nicht mit bloßen Fäusten) – Aly wußte schon genug, um das Gegenteil zu schreiben. Noch war nicht aufgeklärt, wer hier auf dem Schiff und zu welchem wirklichen Zweck unterwegs war, auch wenn es schon zahlreiche Veröffentlichungen dazu gab – aber Aly wußte schon alles: einerseits nur „mit friedlichen Mitteln“ und „Hilfsgüter“ und „Initiatoren“ und vor allem „wehrlose Zivilisten“, andererseits „überlegene Elitesoldaten“, die ein „feiges Verbrechen“, ein „Massaker“ anrichten,  und was an derlei schäbigen Propagandaausdrücken mehr war. Da muß man nicht mehr abwarten, ob Aly diesen Dreck noch weißzuwaschen sucht. Wer so spricht, der hat sich verraten. Das ist die Sprache dessen, der aufgrund einer Aufwallung, eines emotionalen Rülpsers seinen Mund, seine tippenden Finger nicht mehr im Zaume hat, mit dem es durchgeht, „in dem es denkt“. Sicher bedauert Aly seine Worte – aber nur deswegen, weil sie ihn verrieten, weil sie ihn entlarvten. Wer so schreibt, der mag sich um einen Job beim Propagandaamt der Hamas bewerben oder gemeinsam mit Sabine Schiffer im iranischen Staatsrundfunk den sich anbiedernden Kuffar geben. Aus dem Diskurs der seriösen Geschichtswissenschaft ist so jemand aber draußen. Für immer.

si tacuisses, philosophus mansisses: http://de.wikipedia.org/wiki/Si_tacuisses,_philosophus_mansisses#Si_tacuisses.2C_philosophus_mansisses.
Clemens Heni: http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Heni
Ship to Gaza-Zwischenfall: http://de.wikipedia.org/wiki/Ship-to-Gaza-Zwischenfall
Götz Aly in der BZ online: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/von-goetz-aly–historiker-israelisches-massaker,10810590,10720272.html
Massaker: http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker
Zivilist: http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilist
Sabine Schiffer: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kroever/ mit drei weiteren Links
Wehrsportgruppen Hoffmann: http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrsportgruppe_Hoffmann
Druffel-Verlag: http://de.wikipedia.org/wiki/Druffel-Verlag#Druffel-Verlag
 

Nachtrag: Henryk M. Broder weist darauf hin, daß Götz Aly eine Woche später seine Äußerungen „mit gestiegenem Puls“ und in seiner Sicht durch den „Informationsnebel“ behindert schrieb. Das ist dem Aly gewiß zu glauben. Das ist zunächst einmal unprofessionelles Verhalten, aber das mag der eine für schlimm, der andere für läßlich halten; sicherlich ist wohl jedem schon einmal ein Schnellschuß unterlaufen, und das rechtfertigt ganz sicher nicht eine solche Philippika gegen Aly. Warum also bleibe ich dabei, mich auf den ersten Artikel von Aly zu beziehen und den zweiten, den mit der „Entschuldigung“, nicht ernst zu nehmen? Ich denke, es ist bereits klar: Alles, was Aly mit „Puls“ und „Informationsnebel“ entschuldigen möchte, habe ich bereits entschuldigt. Das aber, was danach noch übrig bleibt, hat nichts damit zu tun. Wer so schreibt, wie Aly schrieb, der hat eine innere Bereitschaft, in Israel das Böse zu sehen, und diese Bereitschaft brach sich Bahn. Wer den zweiten Artikel Alys liest, wird feststellen: damit macht er die Sache eigentlich noch schlimmer, denn er entschuldigt seine radikale Einseitigkeit, seine Israel-Feindschaft aus dem ersten Artikel damit, daß ihm keine Argumente bekannt waren, die daran zweifeln ließen. Damit hat sich nochmals und erneut bloßgestellt.

Der „Es tut mir leid“-Artikel von Götz Aly in der Berliner Zeitung online vom 08.06.2010: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/von-goetz-aly–historiker-die-gewalt-der-gaza-aktivisten,10810590,10721802.html

2 Responses to Götz Aly: Auch nur ein kleiner, mieser Israel-Hasser? Ja.

  1. AMC says:

    Das ist eine „Entzauberung“ ähnlicher Art, wie sie die Kungelei von Beate Klarsfeld mit den Linken für mich mit sich bringt. B.K. hat sich nicht von Israel distanziert, sie kungelt aber mit sehr fragwürdigen Gestalten, die sich mehr oder weniger als Feinde Israels positionierten. Mehr erinnert es mich an das Verhalten von Herrn Benz, der so viel zum Antisemitismus forschte, bis er jegliche Dimension verlor und unselige Vergleiche anstellte.

  2. Kurt Davids says:

    Götz Aly als „kleinen miesen Israel-Hasser“ zu bezeichnen ist so ziemlich das Dümmste was ich je von einem Freund Israels gelesen habe. Für seinen ersten Artikel hat er sich entschuldigt. Die Entschuldigung ist anzunehmen und für einen Lapsus muß man nicht eine Panzerarmme in Marsch setzen. Im übrigen empfehle ich die Lektüre dieses Artikels:

    http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13542489/Neidhammel-sucht-Suendenbock.html

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