GEW, Auslandsabteilung Frankreich?

Die deutsche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, kurz GEW, ist dafür bekannt, daß sie so ziemlich jedem linksreaktionärem Gutmenschen (™ H. Broder) hinterherhechelt. In Frankreich existiert offenbar eine ähnliche Gewerkschaft, die ähnlichen Dummfug verbreitet.

Was ist passiert? Ein, man erinnert sich vielleicht noch, junger Mann irgendwo zwischen Sexualverbrecher und Amon Göth, kam in Toulouse zu Tode, als er sein Badezimmer verließ. Zuvor hatte er die Tochter der Nachbarin belästigt, drei französische Fallschirmspringer erschossen und einen schwer verletzt, einen Rabbi und drei Kinder getötet, ja, er ist ihnen hinterhergelaufen und hat ihnen die Waffe auf den Kopf gedrückt, bevor er schoß. Bald war er entdeckt und umstellt; da berief er sich auf seine religiöse Weltanschauung, den Islam, und auf deren – seiner Meinung nach – oberste Lenkungsbehörde al-Qaida. Oder er berief sich auf seine politische Weltanschauung, den Islamismus, und deren oberste Lenkungsbehörde al-Qaida. Nachdem er also den Kampf des Islam/-ismus gepredigt und sich seiner feigen Mordtaten auch noch zu rühmen wagte, bekam dieses Prachtexemplar von antiwestlichem, antisemitischen miesen Stück von Mörder – nicht wirklich überraschend – einige Gramm Metall in seinen Schädel, auf daß seine irdische Existenz ihrem nicht unverdienten Ende zugeführt würde.

So weit, so schlecht. Nun kommen die Reaktionen der Politik, Antisemit Gabriel schwafelt von Gaza als Apartheid-Staat (ja, das gehört hierher), der alte Sack Scholl-Latour weiß seinen üblichen Arabien-geilen Senf dazuzugeben, der auf jugendlich getrimmte Greis Todenhöfer (aktuell mit einer Imageverbesserung für Assad beauftragt) gibt sein übliches Gesabbere ab, La France paßt den Wahlkampf an und dreht die Lautstärke etwas runter, sogar die Frontfrau derer, die in der collaboration 40-44 sonst wohl eher etwas Gutes sehen, war relativ maulfaul geworden, was bei Marine Le Pen eher selten ist. Und in Frankreichs Schulen wird eine Schweigeminute zum Gedenken an die ermordeten Schüler abgehalten. Ob so etwas etwas bringt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber es ist zivilisatorischer Konsens, und daher will ich mich jetzt nicht darüber auslassen, daß Symbolpolitik mit leeren Händen keinen besonderen Wert hat, sondern auf die Dauer die Sache beschädigt, die zu schützen ihr Zweck sein sollte. Aber gut, es ist eben so gewollt, daß die Menschen sich solcherart der Erkenntnis vergewissern, daß hier etwas geschah, gegen das alle etwas haben müssen. Wohlan denn, Schweigeminute los.

Dann aber kommt so eine etwas anderes gestrickte Lehrerin daher. Ihr Problem sind nicht die ermordeten Kinder, der ermordete Rabbi, die drei ermordeten französischen Soldaten – ihr Problem ist der arme Mohammed Merah. Und um dieses Problem öffentlich zu machen – heutzutage meint ja jeder, mit einem emotionalen Rülpser möglichst viel Öffentlichkeit erreichen müssen zu dürfen – veranstaltet sie in ihrer Klasse eine Schweigeminute der anderen Art: nicht für die Opfer, nein, sondern für den Täter.

Der Massenmörder Merah sei ein Opfer, befand diese Person. Das mit al-Qaida sei eine Erfindung der Medien, wußte sie zu melden. Oder von Sarkozy. Das alles ist sehr traurig. Wir kennen Berichte von alleinstehenden Frauen, die sich in Insassen von Todeszellen verlieben, einen Briefkontakt aufbauen und dann, kurz vor der Hinrichtung, noch flott heiraten. Was diese Frauen antreibt, ist Gegenstand psychiatrischer Untersuchungen (und vermutlich auch von Kallwass, die das mit einer Familienaufstellung therapiert). Das alles gehört zum Wahnsinn, den wir alle miterleben – und der, das sollte man nicht übersehen, um ein ordentliches Maß schlimmer geworden ist, als er vor zwanzig, vor zehn, ja: noch vor fünf Jahren war. An dieser Stelle könnte man die Beurteilung des Geschehens beenden. Könnte – kann man aber nicht. Denn es kommt noch etwas.

„Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft handelt es sich bei dieser Lehrerin nicht um eine Extremistin“, meldet eine Nachrichtenagentur. Keine Extremistin? Was denn sonst? Eine verantwortungsbewußte Lehrerin? Oder die Mitte der Gesellschaft? Diesem geschwätzigen Dummbeutel, der das sagte, würde ich heute gerne begegnen und ihm seine Worte in seinen Hals zurückschreien, auf daß er lernt, wann er künftig sein dummes Maul zu halten hat.

Trotz Schabbes bin ich etwas heftig in meiner Ausdrucksweise. Aber es ist bereits eine entschärfte Version.
Amon Göth: http://de.wikipedia.org/wiki/Amon_G%C3%B6th
Die Agenturmeldung bei bild.de: http://www.bild.de/home/telegramm/home-telegramm/telegramm-15478948,textId=23311664,tabindex=0.bild.html
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3 Responses to GEW, Auslandsabteilung Frankreich?

  1. Silberberg says:

    Ich bin eher zufällig über dieses Blog gestolpert. Einiges , bsp. die Darstellung von Erdogan als versteckter nationalist-klerikalfaschistischer Demagoge, ist absolut zutreffend und erfrischend. Was jedoch vollkommen daneben ist (umso mehr für einen gebildeten Menschen), ist der aggressiv-widerliche Ton, besonders in diesem Eintrag. Du wirst anderen Menschen nicht „lernen“ wann Sie ihr „dummes Maul zu halten haben“. Versuch das mal in der Realität und du wirst bald, zu Recht!, mit Nazis und Islamisten gleichgesetzt werden. Auf extremistische Meinungen mit Extremismus zu reagieren ist der Weg einens kindischen Narren.

  2. freudgermany says:

    Nun, ich hoffe nicht, andere Menschen zu „lernen“, sondern wenn, dann sie zu „lehren“. Zwar stimme ich der Meinung zu, daß mein Duktus etwas aggressiv (geworden) ist. Das ist freilich auch zum Teil Tagesform, das hängt ab natürlich auch vom wirklichen Leben und ist bedingt durch die Tatsache, daß es hier keine Schlußredaktion gibt: wenn ich auf „veröffentlichen“ drücke, dann wird es eben so, wie es gerade ist, veröffentlicht. Ich kann auch verstehen, daß das den einen oder anderen Leser abschreckt.
    Na und? Ich bin’s leid, daß alle aggressiv sein dürfen, nur wenn man pro Israel redet, dann soll man auf einmal zaghaft auftreten. Über diese im Wortsinne perverse Äußerung des französischen Gewerkschaftssprechers war ich in der Tat dermaßen erbost, daß es mir ein Bedürfnis war, dieser Wut Ausdruck zu verleihen. Es ist auch gut und richtig, wenn ein Teil der Zeitgenossen einmal zur Kenntnis nimmt, daß es „Meinungen“ gibt, die aggressiv machen. Das ist das reale Leben. Und das soll man nicht immer und überall durch eine „Netikette“ zu einem gefälligen Brei verrühren. Streit tut not.
    Mit freundlichem Gruß an den Naschmarkt.

    • Silberberg says:

      Max Goldt würde dich für die süffisant-schulmeisterliche Korrektur im ersten Satz hassen.:)
      Zum Thema : Es ist Dein Blog und du kannst prinzipiell schreiben, was immer Du auch willst.
      Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass eine (zu) aggressive Sprache meist zu negativen Reaktionen führt und für die Sache (welche auch immer), für die man sich engagiert, nachteilig ist. Da ich (nachdem was ich bisher gelesen habe), meine, dass dieses Blog interessante Inhalte auf eine interessante Weise behandelt, war mir die Anmerkung zum Duktus (vermute ich richtig, dass Du ein Absolvent eines humanstischen Gymnasiums bist?:)) ein Anliegen. Streit tut sehr wohl not, aber nicht um des Streites willen.
      Der Gruß geht selbstverständlich zurück.

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