Der Obergruppenführer der Redlichkeit

…(hier mal im aktuellen Braunhemd abgelichtet) verbreitet die antisemitische Propaganda seines Führers und die Weltsicht der SS in zeitgemäßer Form: Israel gefährde den Weltfrieden. Die israelische Bombe sei eine Gefahr – denn sie bedrohe alle, die Israel auslöschen wollen, also ziemlich viele, dutzende, hunderte von Millionen. Die iranische Bombe sei keine Gefahr – denn sie bedrohe nur die rund acht Millionen Israelis, die so unverschämt sind, leben zu wollen – also deutlich weniger Menschen, und ob nun sechs oder acht Millionen – das sind Größenordnungen, an die wir uns seit längerem gewöhnt haben.

SS-Schnalle

„Meine Ehre heißt Treue“. So steht es auf der Schnalle der SS (nein, damit ist nicht Leni Riefenstahl gemeint, sondern das oben abgebildete Koppelschloß der SS-Uniform). Günter Grass verhält sich konsequent; im hohen Alter von 84 findet er zu den Glaubenssätzen seiner Jugend zurück, wird sich also wieder „treu“. „Denn heute, da hört uns Deutschland“ oder „Wenn’s Judenblut vom Messer spritzt“ – ach, das waren noch Zeiten, nicht wahr, als man solche Lieder sang!  Grass hat seine Stellung als bornierter Propaganda-Obmann der SS und Alt-Nazi gesichert, und wenn die Auszeichnung „Shmock der Woche“ wieder frei ist, dann könnte Grass berücksichtigt werden.

Nachtrag

Die israelische Botschaft veröffentlicht zum haßerfüllten Machwerk des Grass folgende Erklärung:

Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Früher waren es christliche Kinder, deren Blut die Juden angeblich zur Herstellung der Mazzen verwendeten, heute ist es das iranische Volk, das der jüdische Staat angeblich auslöschen will. Was auch gesagt werden muss ist, dass Israel der einzige Staat auf der Welt ist, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird. So war es schon am Tag seiner Gründung, und so ist es auch heute noch. Wir wollen in Frieden mit unseren Nachbarn in der Region leben. Und wir sind nicht bereit, die Rolle zu übernehmen, die Günter Grass uns bei der Vergangenheitsbewältigung des deutschen Volkes zuweist.

Damit ist dem Grass eine würdige Antwort gegeben.

Zum aktuellem Israel-Gedicht des SS-Manns: http://www.tagesspiegel.de/politik/neues-grass-gedicht-guenter-grass-die-atommacht-israel-gefaehrdet-den-weltfrieden/6473678.html
Zu Grass, den „Leviten“ und was dazu 2007 in der NZZ stand, berichtet CICERO: http://www.cicero.de/aufstieg-der-optimisten/37978
Henryk M. Broder in WELT online zu Grass: http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article106152894/Guenter-Grass-Nicht-ganz-dicht-aber-ein-Dichter.html
Zur Erklärung des israelischen Geschäftsträgers in Berlin, Emmanuel Nahshon: http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Nahshon-zu-Grass.aspx
Michael Wolffsohn in SPIEGEL Online zu Grass: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,825732,00.html
Bilder: Wikimedia Commons
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4 Responses to Der Obergruppenführer der Redlichkeit

  1. Arme Sau says:

    „Der Mündigste aller Zeitgenossen kann 60 Jahre lang nicht mitteilen, dass er ohne eigenes Zutun in die Waffen-SS geraten ist. Das wirft ein vernichtendes Licht auf unser Bewältigungsklima mit seinem normierten Denk- und Sprachgebrauch. Grass hat durch die souveräne Platzierung seiner Mitteilung diesem aufpasserischen Moralklima eine Lektion erteilt.“
    (Walser anlässlich „Beim Häuten der Zwiebel“)

    Jetzt hat der Grass dem aufpasserischen Moralklima in diesem Land wohl wieder mal eine Lektion erteilt – so wie der Führer seiner Partei vor ein paar Wochen. All die armen alten Säue, die ihr Leben lang nie sagen durften, was sie dachten. Was hat der Gauck eigentlich mit seiner Freiheit? (Mal sehen, ob der was und wenn ja, was der zum Thema sagt. Mir schwant nichts Gutes.) Folgt man Grass und Walser, leben wir in der dritten deutschen Diktatur. Haben sie ihn schon abgeholt, oder konnte er rechtzeitig abtauchen und dem KZ entkommen?

  2. Arme Sau says:

    P.S. Eigentlich sollte der Grass mal dem Weltklima eine Lektion erteilen – vielleicht geht es in sich und überlegt sich das nochmal mit der globalen Erwärmung…

  3. AMC says:

    Über eine Frage denke ich unentwegt nach: Warum betrachten alle diese Leute den Begriff „Antisemit“ als so ehrenrührig, wenn sie doch Antisemiten sind und auch stolz darauf sind?

  4. Don Furioso says:

    Wenn der Mann wirklich etwas zu sagen hat, warum tut er es nicht einfach? Stattdessen jammert er nur darüber, dass ihn seine Vergangenheit daran hindert, noch großspuriger aufzutreten, als er es ohnehin schon tut. Daran ist natürlich Israel oder die Juden schuld. Alles klar! Der Zuspruch, den er erntet, zeigt, dass in Sachen „Vergangenheitsbewältigung“ noch viel zu tun ist.

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