Der Islam/ismus ist die Endlösung

Nein, nicht ganz so, aber so ähnlich sagte es Muslim-Bruder Chairat al-Schater, der wohl bald Ägyptens Präsident sein wird: „Der Islam ist die Lösung“.

Daß die Muslim-Brüder zugesagt hatten, keinen der Ihren als Präsidentschaftskandidat zu benennen, sondern nach ihrer Machtfülle im Parlament eine andere politische Gruppierung zum Zuge kommen lassen zu wollen, kümmert sie nicht mehr. Das überrascht wenig. Was hingegen wirklich überrascht, ist, daß überhaupt jemand daran glaubte – wie etwa der SPIEGEL.

Nun ist das nicht das eigentliche Problem. Ägypten ist am Abrutschen in die Dunkelwelt des Islamismus, Libyen wohl auch. Der Iran ist 1979 verloren gegangen. Die Zukunft Syriens (und mit ihm des Libanon) ist offen, aber wenn die gegenwärtige Tendenz sich fortsetzt, steht Schlimmes zu befürchten. Im Irak wurde vieles erreicht, aber noch ist das Land weder stabil noch außer Gefahr, in den Würgegriff des Islamismus zu geraten. Auf den Malediven wurde Gesetze erlassen, die den Tourismus wegen unschicklicher Begleitaspekte wie Begegnungen von Mann und Frau abwürgten; der Tourismus-Industrie, die immerhin 40 % (!) zum Bruttosozialprodukt beiträgt, gelang es zwar, dieses Gesetz abzuschwächen; aber es wäre schon sehr überraschend, wenn beim nächsten Vorstoß der Islamisten noch Widerstand geleistet werden würde. Die ach so freundlichen Vereinigten Arabischen Emirate warfen nun die Konrad-Adenauer-Stiftung aus ihrem Land – nicht mit einer brutalen Polizeiaktion wie die Ägypter vor ein paar Wochen, sondern freundlich-bürokratisch per Post, aber das Ergebnis ist das gleiche: Verweigerung des Dialogs auf Augenhöhe. Zugleich wird bei uns in Europa eine Moschee nach der anderen gegründet – sehr oft mit Geld aus Dubai.

Wohin man auch sieht: Dort, wo Moslems die Mehrheit der Bevölkerung stellen, regiert über kurz oder lang der Islamismus. Das geschieht nicht überall mit der radikalen Schmierigkeit wie im Iran – auch die Türkei, lange Zeit ein Beleg für Atatürks These, daß ein moslemisch-laizistischer Staat möglich sei, ist in den Händen eines Islamisten, und zwar freiwillig. Erdogan tritt zwar nicht radikal islamistisch auf, aber er ist es. Wer Freundschaft zur Hamas pflegt, muß nichts mehr erklären. Die Türkei von heute und die Türkei aus dem Jahr 2000 sind kaum miteinander zu vergleichen. Damals war die Türkei ein ehrlicher Verbündeter des Westens, ein Freund Israels, ein oft redlicher Vermittler zwischen Orient und Okzident. Das alles ist sie heute nicht mehr: sie ist nicht mehr auf Seiten des Westens, sondern bestrebt, eine Mittelmacht, eine regionale Hegemonialmacht zu werden; sie ist in den Chor derer eingetreten, die weltweit Antisemitismus und Feindschaft zu Israel propagieren, sie hat sich den failed states östlich und südlich der eigenen Grenzen angeschlossen, um sie anzuführen.

Drei von vier Menschen, die wegen ihrer Religion ermordet werden, sind Christen. Diese Morde finden nahezu ausschließlich in muslimischen Ländern statt. Fast alle Juden, die  ermordet werden, weil sie Juden sind, werden von Moslems ermordet. Ist der Islam dafür verantwortlich?

Wenn man den Islamismus als Teil des Islam ansieht: ja. Und warum sollte man das nicht? Von außen betrachtet, wirkt es so, als sei der Islamismus nicht etwas anderes als der Islam, sondern dessen Avantgarde. Die Moslems, die als gemäßigt, als moderat bezeichnet werden, grenzen sich wenig von den Islamisten ab. Damit entsteht ein Zustand, in dem die Islamisten vorneweg marschieren und die Masse der Moslems ihnen langsameren Schrittes zu folgen scheint.

Es ist an den Moslems, die in Europa leben, sich von den Islamisten zu entfernen, wenn sie künftig nicht für deren Worte und Taten mit in die Verantwortung genommen werden sollen. Es erinnert an den „Schwarzen Block“ bei Demonstrationen links(extrem)er Gruppen: Wenn die Masse der Demonstranten dem „Schwarzen Block“ Schutz gibt, dann muß sie sich auch gefallen lassen, für deren Straftaten mitverantwortlich gemacht zu werden. Nur dann, wenn die Massen dem „Schwarzen Block“ keinen Raum mehr lassen sollte, kann sie für sich in Anspruch nehmen, mit diesen Gesellen nichts zu tun zu haben.

Der SPIEGEL online-Artikel mit der Überraschung: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,825261,00.html
Aus der gleichen Quelle: Bericht über islamistische Gesetze auf den Malediven: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,806494,00.html
Open Doors, Organisation gegen Christenverfolgung: http://www.opendoors-de.org/
Bild: LfV Mecklenburg-Vorpommern, http://www.verfassungsschutz-mv.de/
 
 
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14 Responses to Der Islam/ismus ist die Endlösung

  1. Tunesiens Premier Rachid Ghannouchi schloss jede „Normalisierung“ im Verhältnis zu Israel aus, und zwar für alle Zukunft. Man habe kein Problem mit dem Judentum, sehr wohl aber mit dem Zionismus, sagte der Regierungschef. Erst am Freitag hatten hunderte Demonstranten gefordert, dass die künftige Verfassung jegliche Beziehungen mit Israel verbieten müsse.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/02/german-schadenfreude/

    Warum sind die “abnormen Beziehungen zu Israel” für die islamische Welt so wichtig?

    Ohne das Feindbild Israel müssten sich islamische Gesellschaften womöglich die Frage stellen, ob ihre vielen Probleme vielleicht doch etwas mit der eigenen Religion bzw. Ideologie zu tun haben könnten.

  2. anti3anti says:

    Der Islam ist eine Ideologie wie jede andere Religion. In Deutschland genießt er deshalb einen besonderen Schutz. Wer den Islam angreift, begibt sich in Gefahr.
    Islamismus ist der Wunsch, die Gesetze des Staates den Gesetzen des Islam anzugleichen, unterzuordnen. Das ist nur dann möglich, wenn die Mehrheit der Bevölkerung den Islam akzeptiert, d.h. Muslime sind. Eine muslimische Mehrheit ist also eine Vorbedingung für den Islamismus, jedoch kein hinreichender Grund.
    Wenn alle muslimischen Staaten (Staaten, in denen Muslime die Mehrheit bilden), islamistisch wären, dann wäre unter dieser Bedingungen (muslimische Mehrheit) Islam = Islamismus. D.h. dass in Deutschland der Islamismus nicht Staatsdoktrin sein kann, da der Islam keine Mehrheit hat.

    • Agnostiker says:

      „Der Islam ist eine Ideologie wie jede andere Religion.“

      Da kräuseln sich meine Fußnägel. Wo haben Sie denn diese „Weisheit“ her?

      Tipp: Augen aufmachen, Koran lesen, sich mit den Hadithen/der Sunna beschäftigen. Und dann noch mal wieder kommen und mitreden.

      Agnostiker

  3. horaz says:

    Der letzte Absatz ist reines Wunschdenken. Ich habe 30 Jahre mit/unter Türken in Deutschland gelebt. Bei jedem Konflikt, bei jeder Frage gab es eine Grenzlinie: Bist du Moslem oder nicht?
    Letztendlich war immer die umma entscheidend, selbst wenn Türken Opfer von Straftaten durch Gläubige wurden.

  4. astuga says:

    Man weiß nicht recht, soll man den sog. Arabischen Frühling begrüßen, weil er endlich mal die Islamisten (bzw die muslimische Mehrheit) ihr wahres Gesicht zeigen lässt, und westliche Selbsttäuschungen entzaubert.
    Oder soll man sich fürchten vor dem was da noch kommen mag?

  5. jseeger says:

    Islamismus und Islam stehen ähnlich zueinander wie in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Nazis und die Deutschen. Es waren nicht alle Deutschen Nazis, aber es haben nur sehr wenige Deutsche etwas gegen die Nazis getan. Und solange die Nazis auf der Gewinnerseite waren, fühlten sich die Deutschen auch ganz gut von ihnen vertreten.

  6. jseeger says:

    Das Verhältnis zwischen Islamisten und der Mehrheit der Moslems erinnert mich an das zwischen Nazis und Deutschen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Widerstand war recht überschaubar, und solange die Nazis auf der Siegerstraße fuhren, fühlten sich die meisten Deutschen gut von ihnen vertreten.

    • freudgermany says:

      Interessant, welches Signet die WordPress-Software Ihren Kommentaren beigesellt hat. Oder ist es mein Fehler, daß ich überall Hakenkreuze sehe?

      • dieandereperspektive says:

        Können sie mir mal verraten, was dieser Vergleich jetzt soll? Die Ähnlichkeit ist tatsächlich verblüffend, aber ist jseeger deshalb ein NAZI?
        Ich denke unserer Grundgesetzt gibt da eindeutige Hinweise zum Verhältnis zum Islam, wer sich ihm beugt, kann akzeptiert werden, aber wer nicht, der sollte auch keinen Fuß in unserer Land bekommen. Ich frage mich nur, wer sich noch ans GG hält.

  7. riccardo borghese says:

    Eine Zwangsneurose ist kein Fehler, sondern eine bedauerlicher Kurzschluss der Synapsen. Wer den Meister derselben im Nick führt sollte das eigentlich wissen.

  8. Kehrhelm Kröger says:

    Der Islamismus ist eine Denkrichtung innerhalb des Islams. Die Terror-Doktrin scheint sich aus den Fundamenten des islamischen Glaubens, dem Koran, den Hadithen sowie der Lebensgeschichte Mohammeds schlüssig herleiten zu lassen. Die Islamisten sind jedenfalls nicht um Erklärungen ihrer Doktrin verlegen, es gibt einen exegetischen Weg, bei dem die Terror-Doktrin herauskommt.

    Wenn Islamverbandsvertreter oder Vorzeigemuslime im TV versichern, der Terror habe nichts mit dem Islam zu tun und die Islamisten seien keine richtigen Muslime und verhöhnten den wahren Islam, dann müssen sie eigentlich zuerst eine Aufgabe lösen: Sie müssen den Islamisten den Weg zu ihrer teuflischen Interpretation des Islams versperren. Die „gemäßigten“ müssen den Radikalen vorexerzieren, wo ihre Denkfehler liegen und die Exegese, an deren Ende die Legitimität von Terror herauskommt, delegitimimeren. Keine islamische Autoriät hat dies je getan, kein Kalif (den es immerhin bis 1923 gab), noch die autoritätsstarke Al-Azar-Universität.

    Gemäßigte Muslime sind empört über die grausame Faktizität von Terroranschlägen, die als letzter Schritt einer unwidersprochenen Denkschule des Islams stehen. Diese Denkschule jedoch, also die letzten Schritte vor dem Terror, wollen sich die gemäßigten Moslems bis heute nicht angucken.

  9. freudgermany says:

    @dieandereperspektive: Um Himmels willen, nein! Es ist doch nur absurd, daß das von der WordPress-Software zufällig zur Verfügung gestellte Symbol eine gewisse Ähnlichkeit mit einem anderen Symbol hat. Ich bringe das in KEINERLEI Zusammenhang mit dem Edit eines Kommentators. Einen solchen würde ich vermutlich nicht freischalten. Ich stelle klar: das ist kein Angriff auf jemanden, der hier einen Kommentar hinterließ. Ich verstehe nur nicht, warum diese Software auch solche Icons hat. Die teilt aber die Software zufällig zu. Da kann der Verfasser nichts dafür. Sache geklärt?

  10. dieandereperspektive says:

    Ja, die Sache ist geklärt.

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