Gleich zu gleich gesellt sich gern

Ich darf vom Internet-Auftritt der NPD zitieren:

Der sächsische NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel lobt den befreienden Tabubruch von Grass

Den linken Literaten Günter Grass hat hochbetagt scheinbar der Altersmut gepackt. Anders ist es nicht zu erklären, daß der jahrzehntelange Salonlöwe des bundesrepublikanischen Linksliberalismus nun deutlich die Kriegstreiber-Politik Israels und die deutschen Waffenlieferungen an den jüdischen Aggressionsstaat kritisiert. … Günter Grass kommt im hohen Alter das Verdienst eines befreienden Tabubruches zu: Er nimmt es nicht länger hin, daß mit dem Totschlag-Vorwurf des ‚Antisemitismus‘ jede Kritik am Aggressions- und Apartheidsstaat Israel unterdrückt wird. Israel schmückt sich gerne mit dem Ruf als Vorposten von ‚Demokratie‘ und ‚Menschenrechten‘ im Nahen Osten, betreibt seit seiner Gründung 1948 aber eine hochaggressive Außenpolitik, die den Frieden in der Levante ständig bedroht.

Ja, ja… Da haben sich welche gesucht und gefunden. Und heute Abend will der Schmock sein „Gedicht“ auch noch in den tagesthemen vortragen. Nicht nur, daß er da etwas verwechselt (dieses Nachrichtenmagazin ist nicht der „Stürmer“-Kasten von heute) – es steht zu hoffen, daß sich jemand mit Rückgrat findet, der das zu verhindern weiß.

Grass soll das „Gedicht“ andernorts vorzutragen. Warum keinen Heimatabend mit der NPD veranstalten? Das Programm:

  1. Die NPD richtet eine Aal-Küche ein
  2. Günter Grass trägt sein Gedicht vor
  3. Alle singen das Deutschlandlied von vorn bis hinten (vor allem von vorn) und noch so manches andere

Das wäre doch mal ein Event! Und wenn der Aal verzehrt ist und die Lieder am schönsten klingen, kommt dann noch ein anderer Kumpan daher:

 

Wolfgang Gehrcke, für die SEDPDSLinkspartei im Bundestag, verkündet:

Günter Grass hat Recht.

Na, wenn das nichts ist. Gleich zu gleich gesellt sich gern.

Die NPD zu Grass „Befreiungsschlag“: http://npd.de/html/1938/artikel/detail/2778/
Seltenes Dokument: Ein sehr frühes Interview des NS-Fernsehens mit Heinrich George, aus der Woche nach der Kristallnacht (Mitte November 1938): Warum Heinrich George ganz bestimmt kein Nazi war; das könnte Grass als Beispiel dienen: http://youtu.be/ED6Yzvo0lhQ Achtung: dieses Video ist bei YouTube nicht öffentlich aufzufinden; es ist ausschließlich über diesen Link abrufbar.
Und hier die Nazis von Links, mit dem Zitat Gehrckes: http://rotefahne.eu/2012/04/wolfgang-gehrcke-linkspartei-was-gesagt-werden-muss/
Bilder: Wikimedia Commons
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One Response to Gleich zu gleich gesellt sich gern

  1. Grass schmollt wegen der gemeinen “Antisemitismuskeule”…

    …und kontert gleich einmal mit einer “Nazikeule”:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/05/antisemitismuskeule-gemein-nazikeule-fein/

    Werden seine Fans von der NPD nun beleidigt sein?

    …oder ihn auch noch wegen der Enttabuisierung des Begriffs „Gleichschaltung“ loben?

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